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GE-Artikel: Erdgas – ganz sicher in der Hausinstallation?

In der Fachzeitschrift "das Grundeigentum" (GE) ist in der März-Ausgabe 2019 ein Fachartikel erschienen, der sich mit der Regelwerksaufnahme von Gasspürtechnik zur vorsorgenden Überprüfung an gasführenden Niederdruck-Leitungen beschäftigt. Das neue technische Regelwerk für Gasinstallationen (DVGW TRGI 2018) hat der klassischen Gebrauchsfähigkeitsprüfung nunmehr diese zerstörungsfreie alternative Prüfmethode an die Seite gestellt.

Unter den technischen Gebäudeanlagen birgt die Gasinstallation ein besonderes Gefährdungspotential, da bei einer Gasexplosion vom Gebäude nicht mehr viel übrig bleibt. Bereits 1971 hat das Oberlandesgericht Stuttgart entschieden, dass der Vermieter auch ohne Schadens- oder Störmeldung verpflichtet ist, sich von dem ordnungsgemäßen Zustand der Gasleitungen im Haus in regelmäßigen Abständen zu vergewissern. „Die undichte Gasleitung stellt eine besonders schwerwiegende Gefährdung der Benutzer des Hauses dar (vgl. OLG Stuttgart, Urt. v. 24.11.1971, MDR 1972, S. 588/589).

Gesetzlich angeordnete Prüfpflichten existieren allerdings in den seltensten Fällen. Die Rechtsprechung greift daher auf DIN-Normen und technischen Regelwerke zurück, um im Einzelfall festzustellen, ob sich der Verkehrssicherungspflichtige sorgfältig verhalten hat oder eben nicht. Zudem ist nach § 13 der Niederdruckanschlussverordnung (NDAV) der Anschlussnehmer (Betreiber) für den ordnungsgemäßen Zustand der Gasinstallation hinter der Hauptabsperreinrichtung (Hauptabsperrhahn nach der Hauseinführung) verantwortlich.

Für das Gasfach sind die technischen Regeln für Gasinstallationen (TRGI) des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW) maßgeblich. Die TRGI sind ein umfassendes Kompendium, das bereits 1934 in gebundener Druckausgabe erschien und seither fachliche Grundlage für Errichtung, Betrieb und Instandhaltung der Gas-Hausinstallation ist. Es wurde Mitte Oktober 2018 vom DVGW in überarbeiteter Fassung als Arbeitsblatt G 600 DVGW TRGI 2018 herausgegeben.

Um den Restrisikobereich weiter zu minmieren und eine zusätzlich, insbesondere im Geschosswohnungsbau gut umsetzbare Prüfmethode zu ermöglichen, wurde das Regelwerk um den Einsatz von sogenannten Schaumbildenden Mitteln und Gasspürgeräten zur wiederkehrenden Überprüfung von Niederdruck-Leitungen erweitert:

13.3.1 Leitungsanlage

13.3.1.1 Innenleitungen

Die Innenleitungen hinter der Hauptabsperreinrichtung gehören zum Verantwortungsbereich des Betreibers.

  • Die Leitungen sind gegen Beschädigungen aufgrund mechanischer, chemischer und thermischer Belastungen zu schützen.
  • Die einwandfreie, stabile Rohrhalterung ist auf Dauer zu erhalten.
  • Bei nachträglicher Verkleidung freiverlegter Innenleitungen ist für ausreichende Be- und Entlüftung der dadurch entstandenen Hohlräume zu sorgen.
  • Verbleibende Leitungsöffnungen (Leitungsenden und –auslässe) sind vorschriftsmäßig zu verwahren – eine geschlossene Absperreinrichtung reicht nicht aus.
  • Bei der Nutzungsänderung von Räumen sind eventuelle Auswirkungen auf vorhandene Leitungsanlagen von einem VIU oder dem NB prüfen zu lassen.
  • Der Verlauf verdeckt verlegter Leitungen muss bekannt sein.
  • Gasschlauchleitungen müssen spannungs-, knick- und verdrehfrei benutzt werden und dürfen wie die Geräteanschlussarmaturen nicht übermäßiger Erwärmung ausgesetzt sein.
  • Absperreinrichtungen müssen funktionsfähig und jederzeit bedienbar sein.

Kontroll- und Überprüfungszeiträume:

  • Einmal jährlich Innenleitungsanlage entsprechend vorgenannten Anforderungen gezielt einer Sichtkontrolle unterziehen oder unterziehen lassen. Dabei ist gleichzeitig auf Gasgeruch zu achten;
  • Alle 12 Jahre durch ein VIU Gebrauchsfähigkeitsprüfung oder Dichtheitsprüfung bzw. bei frei zugänglichen Leitungen auch Sichtprüfung auf Dichtheit mit schaumbildenden Mitteln oder Gasspürgerät durchführen zu lassen.

Quelle: Technische Regel DVGW-Arbeitsblatt G 600 DVGW-TRGI 2018, Kapitel 5 Abschnitt 13.3.1, S. 212/213.

GE-Fachartikel TRGI 2018: Erdgas - ganz sicher in der Hausinstallation?