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EBZ-Verkehrssicherungstagung am 11. und 12.11.2014 in Bochum: Klasse statt Masse

Die vierte gemeinsam mit dem EBZ ausgerichtete Verkehrssicherungstagung bot einen kompakten Überblick über die Verkehrssicherungspflichten. Im Best-Practice-Block kamen dieses Jahr mit der VBW aus Bochum und der GBW-AG aus München große Wohnungsunternehmen zu Wort.

 

Die EBZ-Tagung zum Thema Verkehrssicherungspflichten am 11. und 12. November 2014 bot einen kompakten und instruktiven Überblick über die ungeliebte Materie.

Der erste Tag begann mit einem Einführungsworkshop von Marco Wegner, Prokurist des immobilienwirtschaftlichen Beratungsinstituts iwb Entwicklungsgesellschaft mbH aus Braunschweig. Von der Risikoanalyse über Organisations- und Dokumentationsanforderungen bis hin zu Beispielen praktischer Umsetzung war für jeden etwas dabei.

Im Anschluss berichtete unser Prokurist Marcus Pikarek über eine spezielle neue Verkehrssicherungspflicht: die Legionellenprüfung gemäß der novellierten Trinkwasserverordnung. Dabei ging es um das richtige Probenahme-Schema, Ursachen von Legionellenbefall und die Verwaltungspraxis der Gesundheitsämter.

Erfreulich ist, dass der Workshop mit 35 Teilnehmern überraschend gut besucht war und das Auditorium sich aktiv an der Diskussion beteiligte. Die Gespräche gingen dann auch nahtlos weiter beim gemütlichen Ausklang in der Caferia des EBZ am westfälischen Buffet.

Die Tagung am 12. November wurde von Prof. Dr. Ulrich Bogenstätter von der Hochschule Mainz, einem ausgesprochenen Verkehrssicherungsexperten, moderiert. Sein Impulsvortrag schaffte es, den Bogen zu schlagen von der "lästigen" Überwachungspflicht hin zur Nutzen bringenden Integration des Themas in die laufende Instandhaltung des Unternehmens.

Gotthard Grieseler, Inhaber des gleichnamigen Ingenieurbüros, brachte in seinem lebhaften Referat viele Praxisbeispiele und Fotos aus seiner täglichen Arbeit als Gutachter und "Verkehrssicherungssinspekteur".

Der Erfahrungsbericht von Susanne Kreibe, Inhouse Consultant der GBW-Gruppe aus München und ehemalige Leiterin Immobilienbewirtschaftung der Gagfah Group, schilderte, wie sie das Thema Gasleitungskontrolle mit zwei externen Dienstleistern, nämlich uns als Inspekteur und B&O als Reparaturbetrieb, effizient im gesamten Wohnungsbestand umgesetzt hat. Gleichzeitig warnte sie die Kollegen davor, die Datenhoheit völlig aus den eigenen Händen zu geben.

Wegen des heftigen Pfingststurms in NRW brachte Christoph Gesing, Bereichsleiter von der VBW Bochum, das Thema Baumkontrolle und Sturmgefahren auf die Agenda. Die VBW hat mehrere tausend Bäume im Bestand, die bei Sturm drohen, umzustürzen.

Rainer Maaß, Justiziar vom Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen aus Hamburg, referierte über den rechtlichen Rahmen und die Haftungsvoraussetzungen der Verkehrssicherungspflichten. Einzelne Problemfelder beleuchtete er anhand aktueller Gerichtsentscheidungen.

Zum Abschluss zeigte Wilfried Lange, Geschäftsführer der VdW Assekuranz und Finanzmanagement GmbH aus Düsseldorf, die Schwierigkeiten auf, einzelne Schadensereignisse den richtigen Versicherungstypen zuzuordnen.

Das EBZ bot mit der Verkehrssicherungstagung einen umfassenden und qualitätsvollen Überblick über zahlreiche Aspekte der Verkehrssicherungspflichten. Die Veranstaltung war mit 55 Teilnehmern nicht ganz so stark frequentiert, wie bei den vorausgegangenen Tagungen. Der Teilnehmerkreis zeichnete sich dafür durch eine rege Beteiligung, viele Zwischenfragen und konstruktive Diskussionsbeitäge aus, so dass man durchaus das Fazit ziehen kann: Es gab Klasse statt Masse.