Kontakt Impressum
Druckversion
Datenschutz
Ursachen für Gasleckagen

Dass Gasleitungen bei ordnungsgemäßem Betrieb dauerhaft technisch dicht sind, ist eine Utopie. Gasleitungen sind in der Regel genauso alt wie das Gebäude, in dem sie verlaufen. Insofern unterliegen Gasleitungen langfristigen Einwirkungen wie Alterung, Verschleiß oder Korrosion. Die Ursachen für Gasleckagen sind allerdings vielfältig und hängen nicht allein vom Alter ab.

Alter und Korrosion

Die Gasleitungen in Hausinstallationen bestehen aus Stahl oder Kupfer. Im Laufe der Jahre sind diese Metallleitungen, auch bei Unterputzverlegung, Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit und Luft ausgesetzt. Verkleidete Rohre können zudem Schwitzwasser bilden und dadurch korrodieren.Nach der
Checkliste Lebensdauer Bauteile vom Verband der PSD Banken e.V. beträgt die durchschnittliche Lebensdauer einer Gasleitung 40 Jahre.

Schweißnähte und Wanddurchführungen

Ältere Gasinstallationen haben häufig noch geschweißte Rohrverbindungen. Diese starren Verbindungen sind besonders anfällig für Haarrissbildung und zeigen dort Korrosionserscheinungen. Gasrohre verlaufen außerdem durch Decken und Wände. Wand und Metallrohre „reiben“ jahrzehntelang aneinander. An diesen Stellen zeigen sich dann verdeckte Schadstellen.

Defekte PVC-Schläuche

Gasherd-Anschlüsse aus PVC stehen in einigen Gebieten noch unter Bestandsschutz. PVC-Schläuche können durch Hitze und Ausdünstungen porös und rissig werden. Vorhandene Knicke erzeugen das Übrige.

Diese undichten Schläuche werden bei unserer Prüfung erkannt und auch besonders protokolliert.

 

Fahrlässigkeit und Manipulation

“Pfusch am Bau“ – In den letzten Jahren wurden viele Gebäude unter Zeit- und Kostendruck erbaut. Manchmal ist es auch nur die Nachlässigkeit einzelner Handwerker. Ein Zustand, den man leider auch bei Neubauten und Sanierungen antrifft. Auch unsachgemäße Do-it-yourself-Arbeiten und sonstige Mietermanipulationen finden wir vereinzelt bei unseren Kontrollen vor.

Beides kann zu vorzeitigen Schäden und Gefahrensituationen führen und den Instandhaltungsetat belasten.

Dynamische Einwirkungen auf das Gebäude

Erschütterungsbelastungen infolge von Gebäudesetzung, Bergbau und Schwerlastverkehr erzeugen Haarrisse. Um diese Belastungen von Ihren Gasleitungen abzuwehren, müssen ihre Gebäude mit einem Festpunkt versehen sein, der üblicherweise nicht vorhanden ist.

 „Ist bei Verwendung der Hauseinführungskombination ein Festpunkt in die Gebäudegrundmauer eingearbeitet, kann die Hausanschluss- mit der Innenleitung ohne besondere Maßnahmen verbunden werden. Ist das nicht der Fall, muss die Innenleitung geringfügige Längsbewegungen der Hausanschlussleitung von ca. 1cm zulassen“.

(A. Gaßner, „Der Sanitärinstallateur“, Seite 362)

Wir lokalisieren auch Haarrisse, die sich im Lauf der Zeit ausweiten können.

Ausgetrocknete Hanfverbindungen

Bei der Umstellung vom feuchten Stadtgas auf das trockenere Erdgas trocknen die gehanften Gewindeverbindungen aus. Es entstehen feinste Öffnungen, Gas strömt aus. Das erzeugt nicht nur Undichtigkeiten in Ihren Gasleitungsverbindungen, sondern kann mit schaumbildenden Mitteln nicht zuverlässig festgestellt werden.

 „Prüfschaum lässt Hanf in den Gewindeverbindungen auf-quellen und erzeugt somit eine vorübergehende Dichtigkeit". (A. Gaßner, „Der Sanitärinstallateur“, S.190)

Laut dem gasfachlichen Handbuch „Grundlagen und Praxis der Gasrohrnetzüberwachung“ von M. Ulbrich, Vulkan-Verlag, 2. Auflage 2004, herausgegeben vom DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. Seite 18, ist der Einsatz von Gasspürgeräten Leckspray vorzuziehen:

 „Nach heutigem Stand der Technik ist die Überprüfung freiliegender Leitungen mittels Gaskonzentrationsmessgeräten einer Überprüfung mit schaumbildenden Mitteln vorzuziehen. Die Praxis zeigt, dass wesentlich mehr Undichtigkeiten mit Gaskonzentrationsmessgeräten gefunden werden. Gerade bei älteren Installationen (gehanfte Gewindeverbindungen) sind Abhängigkeiten zwischen Raumluftfeuchtigkeit und Undichtheiten erkennbar“.